Stierbrunnen im Bötzow-Kiez

Menschen liegen auf dem Rasen unter Bäumen. Arnswalder Platz mit Stierbrunnen: Foto: Helga Karl
Grüne Oase Arnswalder Platz mit Stierbrunnen

Cafés, Restaurants, kleine Geschäfte, viele junge Leute, restaurierte schöne Altbauten - im Kiez um die Hufelandstrasse und Bötzowstrasse scheint es den Bewohnern gut zu gehen.

 

Im Bötzowviertel im Süden des Prenzlauer Berg liegt die grüne Oase mit dem Stierbrunnen bzw. Fruchtbarkeitsbrunnen am Arnswalder Platz.

Stierbrunnen bzw. Fruchtbarkeitsbrunnen am Arnswalder Platz. Foto: Helga Karl
Stierbrunnen

Grüne Oase: Stierbrunnen am Arnswalder Platz

Menschen liegen auf der Wiese unter alten Bäumen. Arnswalder Platz in Berlin mit Stierbrunnen. Foto: Helga Karl
Lesen, auf dem Rasen liegen, die Erholung lieben - im August unter alten Bäumen am Arnswalder Platz im Prenzlauer Berg. Foto: Helga Karl

Dort, im dicht besiedelten südlichen Prenzlauer Berg nicht weit vom  Kollwitzplatz und direkt am Volkspark Friedrichshain liegt eine grüne Oase, der Arnswalder Platz im Bötzowviertel. Die Wasserfontänen des mächtigen Fruchtbarkeitsbrunnen (Stierbrunnen) hört man als beruhigendes Plätschern. Unter alten Bäumen auf dem Rasen liegen lesende Menschen, sobald die Sonne wärmt. Kleine Kinder spielen oft mit dem Wasser,  die Erwachsenen unterhalten sich auf den Bänken sitzend.

Der Stierbrunnen. Arnswalder Platz in Berlin. Foto: Helga Karl

 

 

Zum Glück war der Stierbrunnen bzw. Fruchtbarkeitsbrunnen zu schwer für die zuerst geplanten Standorte. So kam die direkt im Steinbruch bei Rochlitz geschaffene, von der Weimarer Regierung beim Bildhauer Hugo Lederer in Auftrag gegebene Skulptur 1933 an den heutigen Standort Arnswalder Platz im Bezirk Pankow, Prenzlauer Berg. Der Platz und die Brunnenanlage stehen inzwischen unter Denkmalschutz.


Aus der großen Schale in der Mitte schießen die Wasserfontainen hoch, daneben stehen Figuren zum Thema das Brunnens: Stiere, Mutter mit Kind, Schnitterin mit Ähren, Schäfer mit Widder und ein Fischer mit Netz.
1959 wurde die Brunnenanlage renoviert. Später ist sie zunehmend verfallen, nach 1990 wurde der Zugang durch einen Zaun verwehrt. Nach einer Renovierung der Steinskulpturen konnte der Brunnen mit Wasseranlage 2010 endlich wieder in Betrieb genommen werden.

 

   
Wasserfontänen vor Bäumen. Stierbrunnen Arnswalderplatz Berlin. Foto: Helga Karl
Die Wasserfontänen des Stierbunnen
Wasserfontänen vor blauem Himmel. Stierbrunnen Arnswalderplatz Berlin. Foto: Helga Karl
Arnswalderplatz: Wasser gen Himmel

Unterstützt durch ehrenamtliches Bürgerengagement wird der Platz und Brunnenanlage vom Bezirk Pankow in einem gepflegten Zustand gehalten. Genießen Sie die Sonnenstrahlen auf dem Rasen liegend, auf den Bänken oder den Stufen sitzend mit dem entspannenden Plätschern der Wasserfontainen. Aber danken Sie den Helfern, indem Sie selber diese grüne Oase mit Wasser sauber halten.

 

Kleinen Kindern wird der Spielplatz am Arnswalder Platz gefallen. Ein Abstecher zum Fruchtbarkeitsbrunnen am Arnswalder Platz beim Berlin-Besuch im Prenzlauer Berg lohnt.

Kunstvolle Wasserschale für Vögel zwischen Sträuchern. Stierbrunnen Arnswalder Platz Berlin. Foto: Helga Karl
Mit Stil: die Wasserschale für Vögel beim Stierbrunnen

Der Fruchtbarkeitsbrunnen (oft Stierbrunnen genannt) Arnswalder Platz mit den Wasserfontänen. Foto: Helga Karl
Arnswalder Platz Berlin: Fruchtbarkeitsbrunnen (Stierbrunnen) mit Fontänen. Foto: Helga Karl

Kiez im Prenzlauer Berg: das Bötzow-Viertel mit dem Arnswalder Platz

Der Kiez "Bötzow Viertel" im Prenzlauer Berg war seit Gründung um 1900 eine gute Wohngegend, zentral innerhalb Berlin, südlich "im Grünen" direkt am Volkspark Friedrichshain gelegen, im Norden von der Danziger Strasse und im Westen von der Greifswalderstrasse begrenzt.  Der Name dieses Stadtviertels stammt von der Großgrundbesitzer-Familie Bötzow.

Schöne Wohnhäuser, teilweise  Jugendstil, hier wohnte zur Gründerzeit der Mittelstand, Geschäftsleute, in der DDR auch Kulturschaffende, Künstler, in den Hinterhäusern Arbeiter.

1994 (bis 2011)  wurde der Kiez  Sanierungsgebiet.

Bötzow-Viertel im Prenzlauer Berg. Ecke Danziger Strasse - Bötzowstrasse. Foto: Helga Karl

Mit öffentlichen Mitteln unterstützt wurden Wohnsubstanz und Infrastruktur erneuert. Der Sanierung folgten Mietsteigerungen und Verdrängung.

Heute wohnen in dem Kiez nicht mehr viele der Bewohner aus der "DDR-Zeit".  Ein Beispiel für Gentrifizierung, sagen viele. Am Stichtag 30.6.2014 (Amt für Statistik Berlin und Brandenburg) hatte der Kiez 12.197 Einwohner, davon 22% mit Migrationshintergrund - in der Reihenfolge: Polen, Frankreich, UK, Italien, USA, Spanien, Österreich ... jeweils Prozentzahlen etwas über oder unter 1%. 65,5 % der Bewohner sind keine gebürtigen Berliner, die sehr jungen gebürtigen Berliner einberechnet.



Denkmal für Dietrich Bonhoeffer vor der Zionskirche Berlin. Foto: Helga Karl
Denkmal für Dietrich Bonhoeffer vor der Zionskirche Berlin

 

Im Bötzow-Kiez wurde in der DDR  eine Strasse nach dem Evangelischen Pfarrer und Widerstandskämpfer gegen das Nazi-Regime Dietrich Bonhoeffer benannt. Bonhoeffer wurde am 9. April 1945 auf Befehl Hitlers und durch Justizmord von Nazi-Juristen (ein SS-Standgericht) im KZ Flossenbürg ermordet.

Über das Gedenken im Bötzow-Viertel  in der heutigen Zeit an Bonhoeffer, der in der Zionskirche Pfarrer war und 1932 im Prenzlauer Berg in der Oderberger Str. 61 wohnte: Dietrich Bonhoeffer

 



Bötzowviertel zwischen Danziger und Greifswalder Strasse, Am Friedrichshain und Kniprodestrasse (angrenzend Volkspark Friedrichshain);  Arnswalder Platz, 10407 Berlin Bezirk Pankow


Texte und Fotos: Helga Karl                                                 Kieznetzwerk Berlin                               KNB                               KNBerlin


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