Deutscher Überfall auf die Sowjetunion

"Steh auf, steh auf, du Riesenland! "

 

"Tag der Trauer" nennen die Menschen und Völker der früheren Sowjetunion den 22. Juni, ein emotionaler Tag.

 

Vor 75 Jahren am 22. Juni 1941 hat Nazi-Deutschland die Sowjetunion überfallen:

mindestens 27 Millionen Tote durch den deutschen Überfall und Vernichtungskrieg unter den Bürgern der Sowjetunion,

ca 6 Millionen ermordete Juden durch Nazi-Deutschland.

Es war ein geplanter deutscher rassistischer Vernichtungskrieg gegen die Bevölkerung der UdSSR, mit schwersten Kriegsverbrechen der Deutschen Wehrmacht an kriegsgefangenen Soldaten der Armee der Sowjetunion aus rassistischen Gründen, es war ein vorsätzlicher Völkermord durch Nazi-Deutschland an Slawen, nicht nur an den Juden.

Alexandrow-Chor: "Der Heilige Krieg"

Eine historische Aufnahme: Unter dem Dirigenten und Gründer Alexander Alexandrow singt der nach ihm benannte Chor der Roten Armee das Lied "Der Heilige Krieg". Es wurde in der UdSSR ab Herbst 1941 jeden Morgen im Radio gespielt . 

Weitere Informationen: Alexandrow-Chor



Tag der Trauer  22.Juni 1941 - am 22.Juni 2016

"Tag der Trauer" - so nennen seit etwa 10 Jahren Menschen, Völker und Staaten der früheren Sowjetunion das Gedenken an den Überfall von Deutschland, der deutschen Wehrmacht am 22. Juni 1941 auf die Sowjetunion. Sehr wenig und zudem öfter wenig sachlich informieren deutsche Massenmedien über die Bedeutung dieses traumatischen und emotionalen Tages. In den Familien - nicht den Deutschen - ist dieser Tag unvergessen. Denn es gibt wohl keine Familie der Sowjetunion, die nicht - meist viele - Tote durch den deutschen Angriffs- und Vernichtungskrieg zu beklagen hat und ein zerstörtes Land.

Kranzniederlegung am Sowjetischen Ehrenmal in Berlin-Tiergarten und in Berlin Treptower Park

Die Botschaften der Länder der früheren Sowjetunion, inzwischen weitere Länder, Organisationen, einzelne Menschen gedenken in würdevoller Weise am "Tag der Trauer" in Berlin der 27 Millionen Toten der Sowjetunion ursächlich durch Nazi-Deutschland.

 

Jedes Jahr am  22. Juni findet auf Initiative der Botschaft der Russischen Föderation und weiterer Botschaften der GUS-Staaten (Gemeinschaft Unabhängiger Staaten) in Deutschland, in Berlin eine Niederlegung von Kränzen und Blumen am Sowjetischen Ehrenmal in Berlin-Tiergarten und im Treptower Park statt. Diese Gedenkstätten sind auch Grabstätte für Tausende Sowjetsoldaten, die bei der Befreiung vom Faschismus gefallen sind.

Die Einladung, sich würdig an diesem Gedenken am "Tag der Trauer" zu beteiligen, gilt auch Deutschen, Politik, Organisationen, der Zivilgesellschaft, Menschen in Deutschland,

Blumen, Rote Nelken: Gedenken am "Tag der Trauer" 22. Juni

Nach der Ehrung durch Kranz-Niederlegungen beginnt wieder der Botschafter der Russischen Föderation in Deutschland: er legt Rote Nelken am Ehrenmal nieder, mit und nach ihm die weiteren Botschafter und Vertreter von Staaten (2016 GUS-Staaten, Bundesrepubik Deutschland und Italien) und Organisationen. Nach der Blumen-Niederlegung verneigen sich die Menschen, Militärangehörige salutieren und verharren in kurzem schweigenden Gedenken.

 

Dann tritt die nächste Gruppe der wartenden Menschen die letzten Stufen empor.

Es ist ein ehrendes, würdiges Gedenken - jener, die gekommen sind.

Fotos: Helga Karl am "Tag der Trauer", 22.Juni 2016 am Sowjetischen Ehrenmal Tiergarten


Gedenken im Berliner Dom:  Vernichtungskrieg von Nazi-Deutschland gegen die Sowjetunion -  "Wir verneigen uns vor den Opfern"

Sreenshot: Russische Botschaft - Gedenkveranstaltung im Berliner Dom 22.Juni 2016
Sreenshot: Russische Botschaft - Gedenkveranstaltung im Berliner Dom 22.Juni 2016

Mit einem Gedenk-Konzert im Berliner Dom am Abend des 22.Juni 2016 gedachten der Botschafter Russlands in Deutschland Wladimir Grinin, Bundesratspräsident Stanislaw Tillich und weitere Vertreter von Politik und Zivilgesellschaft der Toten, vor allem der 27 Millionen Toten der Sowjetunion durch den deutschen Angriffs- und Vernichtungskrieg vor 70 Jahren am  22.Juni 1941.

 

Eindeutige Worte von Tillich als derzeitiger Bundesratspräsident sind nötig, denn der braune Sumpf der Neo-/Nazis und deren heimliche Sympathisanten stehen bereit zur brutalen Geschichtsfälschung, als erster Schritt oft die Relativierung - die einmal  das Bewusstsein von Millionen Westdeutschen nach 1945 prägte... jahrzehntelang.

 

Tillich: „Der Zweite Weltkrieg war ein Vernichtungskrieg, der über Europa und die Welt unermessliches Leid brachte“ und "Dieser Krieg ging von Deutschland aus. Mit dem Angriff auf die Sowjetunion heute vor 75 Jahren begann ein weiteres dunkles Kapitel, das Millionen Menschen den Tod brachte."

 

Screenshot Russische Botschaft
Screenshot Russische Botschaft

Der russische Botschafter Grinin:

"An dieser Stelle möchte ich wieder tief bewegende Worte des großen russischen Schriftstellers Daniil Granin zitieren, der den ganzen Krieg durchmachte. Am 27. Januar 2014 sagte er in seiner Rede im Bundestag, dass der Hass in eine Sackgasse führt und keine Zukunft hat. Man muss vergeben können, aber darf auch nichts vergessen.

 

In einem seiner Essays schrieb er: «Jedoch starb bei all den Grauen der Kriegsjahre, der KZs, des Terrors die Barmherzigkeit nicht aus, es wächst das Verständnis, dass diese Brutalität unzulässig ist, die Sehnsucht nach der Menschlichkeit wächst, immer öfter offenbaren sich der gegenseitige Beistand und das Mitleid. Das Derivativ des Guten ist positiv».

Seine Botschaft gibt, unter anderem, deutlich zu verstehen, wie und warum die Wiedervereinigung Deutschlands eines Tages zustande kam."

 

Und wie hat Deutschland das gedankt,  fragen sich viele ....

Befreiung | Frieden | Versöhnung ! - Veranstaltung am 22. Juni 2016 vor dem Sowjetischen Ehrenmal Berlin-Tiergarten

Blumen für "Mutter Heimat" am 9.Mai 2015 Sowjetisches Ehrenmal Treptow. Foto: Helga Karl
Blumen für "Mutter Heimat" am 9.Mai 2015 Sowjetisches Ehrenmal Treptow

Zwei Drittel der 27 Millionen Toten - Bürger der Sowjetunion - ursächlich durch den rassistischen deutschen Angriffs- und Vernichtungskrieg  waren Zivilisten.


Zum Thema KNB







Blumen am Tag der Befreiung 9.Mai - Statue Knieender Rotarmist Sowj. Ehrenmal Treptow. Foto: Helga Karl
Blumen am Tag der Befreiung 9.Mai Sowj. Ehrenmal Treptow


Kapitulationsurkunde. Museum Karlshorst in Berlin
Kapitulationsurkunde. Museum Karlshorst in Berlin

Externe Links zum 22.6.2016




"Es war die Leningrader Front, wo der Krieg zu einem Krieg gegen die Einwohner einer Stadt wurde, indem man anstelle von Soldaten den Hunger einmarschieren ließ. (....)

Im Februar verhungerten täglich etwa dreieinhalbtausend."

Der 1919 geborene sowjetische, jetzt russische Schriftsteller Daniil Granin, er sprach als Soldat der Armee der Sowjetunion,  im Deutschen Bundestag

am 27. Jan. 2014


Der Heilige Krieg

Steh auf, steh auf, du Riesenland!

Heraus zur großen Schlacht!

Den Nazihorden Widerstand!

Tod der Faschistenmacht!

 

Es breche über sie der Zorn

wie finstre Flut herein.

Das soll der Krieg des Volkes,

Der Krieg der Menschheit sein.

 

Text: Wassili Lebedew-Kumatsch

Musik: Alexander Alexandrow

Deutsche Fassung des Textes:
Stephan Hermlin

 


Erhard Eppler. Foto: Helga Karl am 22.Juni 2016
Erhard Eppler. Foto: Helga Karl am 22.Juni 2016

22. Juni 1941

"Wer als Deutscher über Russland und seine Menschen redet, auch über seine Politiker, seinen Präsidenten, muss im Gedächtnis haben, was heute vor 75 Jahren begann.

 

Dann wird jede verletzende Arroganz verfliegen und sich das Bedürfnis regen, wenigstens einen Bruchteil des Horrors wieder gutzumachen."

 

Erhard Eppler am 22.Juni 2016, Gedenkveranstaltung beim Sowjetischen Ehrenmal Berlin-Tiergarten

Im Handeln so mancher deutscher Politiker und Entscheider in den deutschen Massen-Medien kann ich wenig und manchmal sogar das Gegenteil von jener Haltung und Praxis erkennen, die der 89-jährige Erhard Eppler am 22. Juni zu Recht anmahnt.

 

An mangelndem Wissen über unbestreitbare Tatsachen kann es nicht liegen, 75 Jahre nach dem Überfall von Nazi-Deutschland auf die Sowjetunion mit 27 Millionen toten Bürgern der UdSSR als Folge, davon 2/3 Zivilisten,

 

oft grausamst von Deutschen und ihren Helfern ermordet, dazu verbrannte Erde durch die Deutschen Nazi-Verbrecher in den Ländern der Sowjetunion  ....

 

Helga Karl

Stellvertretend für Millionen Familien der früheren Sowjetunion, deren Schicksale:

Wladimir Putin über seine Familie in Leningrad

"Als  Vater dann auf Krücken aus dem Lazarett entlassen wurde und sich dem Haus (in Leningrad; H.K.) näherte, da sah er, wie Sanitäter Leichen von verhungerten Menschen aus dem Haus trugen. Und er erblickte Mutter. Er trat an sie heran und ihm schien, dass sie atmet. Da sagte er zu den Sanitätern: ‚Sie lebt doch noch!‘ – ‚Unterwegs wird sie sterben’, sagten ihm die Sanitäter. ‚Sie schafft es nicht mehr.‘

Vater erzählte, wie er sich mit seinen Krücken auf die Sanitäter gestürzt und sie gezwungen hatte, sie zurück in die Wohnung zu tragen. Und er hat sie wieder hochgepäppelt. Sie blieb am Leben. Sie lebte bis 1999. Und Vater ist Ende 1998 gestorben.

 

Vaters Familie war recht groß. Er hatte sechs Brüder, fünf sind in jenem Krieg gefallen. Das war eine Katastrophe für die Familie. Auch Mutters Angehörige waren ums Leben gekommen.

Ich war ein spätes Kind. Mutter brachte mich mit 41 Jahren zur Welt.

Es gab in Russland keine Familie, wo nicht jemand gefallen war.

Und natürlich Leid, Not, eine Tragödie. Aber sie hassten den Feind nicht, das ist erstaunlich."

Wladimir Putin

Externe Link-Empfehlungen


Link zum vollständigen Text von Wladimir Putin (links) für die Zeitschrift „Russki Pioner“ (Russischer Pionier):


Juri Lewitan: Er war die berühmteste Radio-Stimme in der Sowjetunion, verlas 2000 Nachrichten vom Augenblick des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion bis zum Tag des Sieges, der Befreiung:


45 Sekunden, Bilder aus Moskau am "Tag der Trauer", Ehrung der Toten




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