Sowjetisches Ehrenmal Treptower Park

Goldfarbene Blätter der Pappeln um "Mutter Heimat" im  Sowjetisches Ehrenmal Treptow
Goldfarbene Blätter der Pappeln um "Mutter Heimat" im Sowjetisches Ehrenmal Treptow

Goldfarbene Blätter der Pappeln in der Fülle des Herbstes, zu allen Jahreszeiten kommen und gehen Menschen, vom Morgen bis oft in die Nacht, sie sprechen viele Sprachen:

Im Sowjetischen Ehrenmal im Treptower Park.

Ein Höhepunkt ist der 9.Mai, wenn Organisationen, Botschaften, Regierungen und viele Menschen, Nachkommen von Familien der früheren Sowjetunion der Befreiung, dem Sieg über den Faschismus gedenken.

Sie ehren das "Unsterbliche Regiment".

Blumen für Mutter Heimat. Sowjet. Ehrenmal am 9.Mai
Blumen für Mutter Heimat. Sowjet. Ehrenmal am 9.Mai

Sowjetisches Ehrenmal im Treptower Park Berlin

Ein sonniger Novembertag, ein Kuss und Radfahrergruppe - Sowjetisches Ehrenmal Treptower Park
Ein sonniger Novembertag, ein Kuss und Radfahrergruppe - Sowjetisches Ehrenmal Treptower Park

"Die Fülle des Herbstes"

Es ist unerwartet ein sehr  sonniger Tag am 8.November.

Der erste Blick: Die Menschen scheinen sich in dem großzügig gestalteten Gelände "Sowjetisches Ehrenmal Berlin" zu verlieren. Der zweite Blick: Es kommen und gehen an diesem sonnigen Novembertag immer Menschen. Ältere Paare, die sich an der Hand halten, Spaziergänger. Eine Radfahrer-Gruppe, meist junge Leute, es ist eine Stadt-Führung zu diesem besonderen Ort im Treptower Park in Berlin.


Hanns Eisler

"Man muss sich reinigen von der Vergangenheit, um klar und sauber in die Zukunft blicken zu können"


"Leise, freundlich" besingt Hanns Eisler die "Fülle des Herbstes" am Beginn seiner letzten und reifsten Komposition ERNSTE GESÄNGE, "Asyl" nach Texten von Hölderlin. Diese Musik von Eisler nenne ich sein "Wunder des Spätwerks" entsprechend dem von Joachim-Ernst Behrendt geprägten Begriff, jene Musik mit der Ahnung von einer anderen Welt, voll Trauer, Freundlichkeit und Liebe und mit Worten schwer beschreibbarer Schönheit, die große Künstler kurz vor ihrem Tod erschaffen haben.

Dialektik von Rückblick und Vorschau, von Freude und Trauer: "Das ist Besinnung - Überlegung - Depression - Aufschwung und wieder Besinnung. Also, was man ganz einfach nennen kann: der normale Ablauf einer Empfindung oder eines menschlichen Verhaltens." - so Eisler, zitiert nach dem Klappentext der Schallplatte "Hanns Eisler 1898-1962"

(VEB Deutsche Schallplatten Berlin DDR).

Die Ernsten Gesänge, die Eisler wenige Wochen vor seinem Tod am 6.September 1961 vollendet hat, haben sieben Gesänge: Asyl (nach Friedrich Hölderlin), Traurigkeit (nach Berthold Viertel), Verzweiflung ( nach Giacomo Leopardi), Hoffnung (Friedrich Hölderlin), XX. Parteitag (nach Helmut Richter), Komm ins Offene, Freund (nach Friedrich Hölderlin) und Epilog (nach Stephan Hermlin) mit der Hoffnung auf eine "glückliche Zukunft". Der Schlüssel zum Verständnis der vorherigen "Traurigkeit" und "Verzweiflung" ist der "XX.Parteitag". Hanns Eisler dazu - kurz vor seinem Tod :

 


"Man muss sich reinigen von der Vergangenheit, um klar und sauber in die Zukunft zu blicken."

 

Dieser Satz von Hanns Eisler fast am Ende seines Lebens gilt auch für unsere deutsche Vergangenheit und unseren Umgang damit.

 

Der 8. November 2015, an dem ich diese Fotos aufgenommen haben, zeigt im wörtlichen Sinne "die Fülle des Herbstes" mit Sonnenstrahlen und leuchtend-golden Herbstfarben der Pappeln im Sowjetischen Ehrenmal im Treptower Park. Helga Karl

 

Der Mond wacht über dem Sowjetischen Ehrenmal im Treptower Park


Texte und Fotografien vom Sowjetischen Ehrenmal in Treptow: Helga Karl                                      KNB    KNBerlin


© Helga Karl. Alle Rechte vorbehalten                                          https://www.knberlin.de/sowjetisches-ehrenmal-treptower-park/