Alexandrow Chor - Tupolew-Tragödie

Absturz Tupolew am 26.12.2016

Legendärer  Aleksandrov-Chor


Eine Tragödie für die Menschen und für die Kultur: dieser Flugzeugabsturz der Tupolew

Eine Tragödie: Am Weihnachtsfeiertag nach deutscher Zeit, am 26. Dezember 2016 stürzt das russische Passagierflugzeug Tupolew kurz nach dem Start in Sotschi ins Schwarze Meer. Es war eine Maschine des russischen Verteidigungsministeriums.

Unter den 92 Opfern sind 65 Sänger und Tänzer des weltberühmten Alexandrow Chors, als  "zivile" Passagiere 9 Journalisten und Jelisaweta Glinka, Ärztin und Leiterin der Wohltätigkeitsstiftung „Gerechte Hilfe“. Sie ist vielen durch ihr humanitäres Engagement als Ärztin besser bekannt und wird verehrt als „Doktor Lisa“. Bei den Sängern war es "die Best-Besetzung", die ums Leben kamen.

 

Ziel des Flugs war Syrien, ein Konzert des Chors für die russischen Soldaten im syrischen Latakia bei Feiern zum Neuen Jahr.

 

Legendärer Militär-Männerchor ist You Tube-Star, mit Einreiseverbot in EU-Staaten

Ein Männerchor. Militäruniformen, noch dazu russische. Millionenaufrufe der zahlreichen Videos bei You Tube.

Die Millionen Nutzer, neudeutsch USER genannt, kommen aus vielen Ländern unterschiedlicher Kontinente, wie man den User-Einträgen unter den Videos der Auftritte des Alexandrov-Ensemble entnehmen kann. Was macht die Beliebtheit und Faszination dieser russsichen Künstler aus? Ja, Künstler - mit einem hohen musikalischen Niveau: Welt-Spitzen-Klasse.

 

Sänger, Musiker und Tänzer des Alexandrow-Chors waren als Künstlergruppe der Roten Armee der Sowjetunion legendär.

 

Was macht heute den Alexandrow Chor der russischen Armee so "gefährlich", dass im Herbst 2015 Litauen, Lettland und Estland dem Sänger- und Gesangs-Ensemble die Einreise verweigert hat?

Bleibt noch die Frage, ob  in der Ukraine, in Kiew auf deren "schwarze Liste" der verbotenen Musik und der verbotenen Künstler, die nicht auftreten dürfen, "nur" das Alexandrov-Ensemble steht oder generell das Hören/Spielen der Lieder in russischer Sprache...


Dr. Lisa, Ärztin der Bedürftigen

Fast niemand in Deutschland kannte vor ihrem Tod ihren Namen, kein Journalist etwa des deutschen Fernsehens hat über sie berichtet: Jelisaweta Glinka, verehrt von Russen als "Dr.Lisa" und von jenen, die sich eigenständig über das menschliche Elend im Donezk und über humanitäres Engagement für die Ost-Ukraine informieren oder gar dafür engagieren.

 

Die Kinderärztin Glinka fuhr im Mai 2014 ins belagerte Slawjansk (Ost-Ukraine), um für Kinder Medikamente zu bringen, evakuierte unter Gefahr für sich selber Verwundete und Kinder, organisierte Operationen. Mehrfach.

Sie leistete Obdachlosen am Moskauer Bahnhof regelmäßig medizinische Hilfe, selber. Und sie brachte ihnen Essen, sie kam mehrfach in der Woche.

" Krieg ist die Hölle auf Erden" - die Ärztin Glinka

"Wir wissen nie, ob wir lebend zurückkommen, denn Krieg ist die Hölle auf der Erde.

Ich weiß, wovon ich spreche."

Das Zitat ist von Frau Glinka, bei ihrer Ehrung durch Präsident Putin mit dem "Menschenrechtspreis".

Jetzt ist sie tot, die Dr.Lisa, die manche sogar die neue "Mutter Teresa" nannten. Sie war mit Medikamenten an Bord im Flugzeug auf dem Weg nach Syrien.

 

Die russische Ärztin Glinka, die mehrere Jahre in den USA und in Kiew gelebt hatte, ging in Haftanstalten und betreute auch Nadeschda Sawtschenko in der Zeit deren Hungerstreiks.

Bei Gründung der Stiftung „Gerechte Hilfe“ bekam sie Unterstützung durch den damaligen Vorsitzenden der Partei "Gerechtes Russland" Sergej Moronow.

 

New Yorker Polizei: Solidarität und Trauer

Die Polizei der Stadt New York NYPD hat dieses Video eines gemeinsamen Auftritts 2011 der Musiker des Polizeichors mit dem Alexandrow Chor als Zeichen der Solidarität und des Mitgefühls bei Twitter veröffentlicht.

Beide Chöre singen gemeinsam "God bless Amerika" zum Anlass des 10. Jahrestags des Anschlags 9/11.


Aus der Geschichte des weltberühmten Alexandrov Ensembles

Steh auf, steh auf, du Riesenland !

Auf den Deutschen Überfall auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 antworteten  Künstler.

Das Lied "Der Heilige Krieg", gesungen vom Alexandrow-Chor der Roten Armee, wurde ab Herbst 1941 jeden Morgen im Radio der UdSSR gespielt. Für immer ist dieses Lied für die Menschen der Sowjetunion mit ihrem Kampf gegen den deutschen Faschismus verbunden.

 

Dieses Lied und die sowjetische, später russische Nationalhymne, von Alexandrow komponiert, sang der Alexandrow-Chor bei seinen Konzerten.

"3,2 Millionen deutsche Soldaten überschritten am 22. Juni 1941 frühmorgens die Westgrenze der Sowjetunion. Zwei Tage danach druckte die Zeitung Iswestija (Nachrichten) das Gedicht »Der heilige Krieg« von Wassili Lebedew-Kumatsch. Alexander Alexandrow vertonte es umgehend. Am 26. Juni wurde es uraufgeführt – und zu einem musikalischen Monument des Trotzalledem"

Gerd Schumann in Melodie&Rhythmus

"Der Heilige Krieg"

Eine historische Aufnahme: Unter dem Dirigenten und Gründer Alexander Alexandrow singt der nach ihm benannte Chor der Roten Armee das Lied "Der Heilige Krieg", im Radio der UdSSR täglich ab Herbst 1941. Die deutsche Fassung ist vom Schriftsteller Stephan Hermlin, von Ernst Busch gesungen:

"Steh auf, steh auf, du Riesenland!

Heraus zur großen Schlacht!

Den Nazihorden Widerstand!

Tod der Faschistenmacht! (...)

Das soll der Krieg des Volkes,

Der Krieg der Menschheit sein."


Chorregent der Christ-Erlöser-Kathedrale

Das weltberühmte Alexandrow Ensemble mit seinem Repertoire von 2000 Musikstücken hatte 2016 300 Mitglieder, Sänger, Tänzer, Musiker. Beim ersten Konzert nach der Gründung 1928 durch Alexander Alexandrow waren es 12 Chormitglieder.

Alexandrow hat im Kirchenchor und als Sänger bei Dorffesten begonnen. Er hatte das Glück, im zaristischen Russland am Konservatorium in Moskau und in Petersburg Musik studieren zu können.

Die russische Zeitung "Kommersant", referiert bei Sputnik, schreibt in einem Beitrag anläßlich des tragischen Todes von Mitgliedern des Alexandrow-Chors am 26.12.2016, dass der junge Absolvent Alexander Alexandrow ein Angebot als Musiker beim Bolschoi-Ballett abgelehnt hatte - er ging 1918 als Chorregent zur Christ-Erlöser-Kathedrale.

 

Alexandrow Chor - weltberühmt: Kalinka

Diese musikalische Prägung ist eine Erklärung für die große Breite an christlichen Liedern des "Chors der Roten Armee", keine ausreichende  bei einem Militär-Ensemble.


Lieder und Konzerte des Alexandrow Chor  - sie sind in die Geschichte eingegangen

Lieder und Konzerte, die Geschichte geschrieben haben: So große Worte sind keine Übertreibung beim Aleksandrov Ensemble.

 

Der Heilige Krieg: einen Tag nach der Veröffentlichung des Gedichts von Wassili Lebedew-Kumatsch, nach dem Überfall von Nazi-Deutschland auf die Sowjetunion am 22.6.1941, schrieb der Leiter des Chors und Komponist Alexandrow die Musik dazu. Die Musiker schrieben es in ihr Gesangsheft, am Tag danach am 26. Juni 1941 sang es der Chor der Roten Armee, der Alexandrow Chor am Moskauer Bahnhof und später sehr oft, immer wieder bei den Soldaten an der Front, in Kriegsgebieten.

 

Ein Lied hat Geschichte geschrieben - ab Herbst 1941 erklang es jeden Tag morgens  im Radio in der Sowjetunion:

 

Steh auf, steh auf, du Riesenland ! (...) Das soll der Krieg des Volkes, der Krieg der Menschheit sein!



Autorin: Helga Karl                                                         www.KNBerlin.de             KNB                Kieznetzwerk Berlin


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