Ceciliengärten in Schöneberg Berlin

Gartenanlage Ceciliengärten im August mit Rosen, auf dem Rasen liegen Menschen. Foto: Helga Karl
Gartenanlage Ceciliengärten im August. Foto: Helga Karl

Die schöneberger Ceciliengärten - eine fast geschlossene Gartenstadt angrenzend an Friedenau -

sind ein erholsames Gartendenkmal und eine sehenswerte Wohnanlage unter Denkmalschutz, orientiert am Jugendstil und Art déco.

Fassadenflucht mit Erkern  Ceciliengärten. Foto: Helga Karl
Fassaden mit Erker, Ceciliengärten. Foto: Helga Karl

Die Strasse, die durch die Gartenstadt führt, wurde 1912 nach der Kronprinzessin Cecilie von Preußen (1886–1954) benannt, Namensgeberin für die 1922 bis 1927 erbaute Wohnsiedlung Ceciliengärten und ebenso für das Schloss Cecilienhof in Potsdam.

Die Ceciliengärten


Von links: Der Atelierturm mit Torbogen, südlicher Eingang zur Gartenstadt Ceciliengärten; Fassaden der Wohnanlage Ceciliengärten mit Erkern und Reliefs; Relief Kutschfahrt; Wasserfontaine auf dem zentralen Platz; Gartenanlanlage mit Rosen. Fotos: Helga Karl

In der Nähe

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Skulptur am Perelsplatz in Friedenau. Foto: Helga Karl
Friedenau. Foto: Helga Karl
Rudolph-Wilde-Park am Rathaus Schöneberg. Foto: Helga Karl
Rudolph-Wilde-Park am Rathaus Schöneberg. Foto: Helga Karl

Gartendenkmal Ceciliengärten

Die Wohn-Anlage Ceciliengärten ist in eine öffentliche Parkanlage integriert und hat zusätzlich, nur für die Bewohner zugänglich, mehrere Parks bzw. gestaltete Gemeinschafts-Grünflächen im Inneren.

 

Der zentrale Platz mit Fontaine

 

Die Ceciliengärten und auch der Zentrale Platz der Gartenanlage mit Rasenfläche und zwei Brunnen wurden aus Anlass der 750-Jahrfeier Berlin 1987 komplett renoviert und nach historischen Plänen restauriert:

Der ovale Brunnen mit Wasserfontäne ist visuell prägend in der Gartenstadt ebenso wie die Fassadengestaltung und der Atelierturm am südlichen Eingang.

Auf den Sitzbänken rund um den Brunnen mit der weit sichbaren Fontaine sitzen tagsüber oft Menschen, Ältere, Paare, auch Jugendliche. Von den ersten Frühlingsstrahlen bis zum Herbst, manchmal sogar im Winter - ich war öfter dort (Helga Karl).

Das Plätschern des Wassers wirkt entspannend.

Keine Hektik, kein Verkehrslärm, und wenn ausserdem Sonnenstrahlen Licht und Wärme bieten, wird das Erholung pur - auch für begleitende Hunde nach einem Spaziergang durch die Wohnstrassen.

 

Jahreszeiten in der Gartenstadt

 

Die Grünanlagen Ceciliengärten wurde vom Landschaftsarchitekten und Berliner Gartendirektor Albert Brodersen als Gartenstadt konzipiert. Von Brodersen stammt in Berlin das Konzept u.a. für den Volkspark Rehberge und den Victoriapark in Kreuzberg.

Cecilienstrasse im April: blühender Japanischer Kirchbaum in der Wohnanlage Ceciliengarten. Foto: Helga Karl
Cecilienstrasse im Frühjahr

Die Jahreszeiten werden in den Ceciliengärten als Blütenfolge erfahrbar:

im Frühling gelbe Forsythien, die rosarote Blütenpracht japanischer Kirschbäume in der Cecilienstrasse, lila Flieder, weiße Roßkastanienblüten um den Zentralen Platz mit Rasenfläche und Brunnen,   im Sommer eingefasst von rosarot blühenden Rosen.

Frauenskulpturen von Georg Kolbe

Die beiden bekannten Skulpturen von Frauen auf der Rasenfläche, umrahmt von rosa blühenden Rosen,  hat der Bildhauer Georg Kolbe geschaffen:

 

"Der Morgen" und "Der Abend"

Die beiden Kolbe-Standbilder sind endlich zurück:

 

im Rahmen der 750-Jahrfeier Berlins wurden sie 1987 wieder in der renovierten denkmalgeschützten Garten- und Architekturanlage Ceciliengärten aufgestellt.

Nach 1945 standen die Frauen-Skulpturen zeitweise am Wittenbergplatz (City West) und ab 1954 im Park am Rathaus Schöneberg (heute: Rudolph-Wilde-Park).

 

Spiel-Platz für kleine Kinder

Der Rasen wird öfter als Liegewiese genutzt, für ein Picknick im Freien, regelmäßig als Platz zum Ballspielen kleinerer Kinder, manchmal von Jugendlichen.

 

Babys werden aus dem Kinderwagen genommen und auf eine Decke gelegt - wenn die Sonne kommt, am Nachmittag und vor allem an Wochenenden.

 

Fuchsbrunnen und Kinderspielplatz

Der Fuchsbrunnen steht im nördlichen Teil der Parkanlage - die Plastik des Fuchses ist vom Bildhauer  Max Esser aus dem Jahr 1912.

 

Direkt anschließend befindet sich ein Kleinkinder-Spielplatz, viel genutzt vor allem bei sonnigem Wetter.


"Wir haben es satt" Demo für Agrarwende - viele Traktoren fahren  während der IGW Internationalen Grünen Woche 2016 nach Abschluss der Demo an den Ceciliengärten vorbei. Foto: Helga Karl
"Wir haben es satt" Demo für Agrarwende - viele Traktoren fahren während der IGW Internationalen Grünen Woche 2016 nach Abschluss der Demo an den Ceciliengärten vorbei. Foto: Helga Karl

Wohnanlage Ceciliengärten

Blühende Kastanienbäume und Springbrunnen vor der Wohnanlage Ceciliengärten. Foto: Helga Karl
Blühende Kastanienbäume in den Ceciliengärten. Foto: Helga Karl

Der Bebauungsplan für diese  fast abgeschlossene Wohnanlage stammt vom schöneberger Stadtbauinspektor Paul Wolf 1912: eine Gartenstadt für Beamte und Angestellte am Rande der wachsenden Großstadt Berlin, "durchsonnte" großzügig geschnittene Wohnungen mit jeweils verschiedenen Grundrissen für den gehobenen Bedarf.

Durch die Kriegsfolgen - Wohnungsnot durch viele Flüchtlinge, Wirtschaftskrise und verarmende  Kommunen - konnte die ursprünglichen Konzepte nicht realisiert werden.

Nach der Eingemeindung von Schöneberg nach Groß-Berlin 1920 wurden von Stadtbaurat Heinrich Lassen die Pläne überarbeitet: es entstand - etwas einfacher als im Entwurf von Wolf - diese Gartenstadt Ceciliengärten mit Wohnungen für Staatsbedienstete und die Berliner Verkehrsbetriebe - moderner Wohnraum für eher gut situierten berliner Mittelstand.

 

Art déco Wohnanlage Ceciliengärten

 

Ein Kennzeichen der Wohnanlage Ceciliengärten sind die Fassaden mit ihren Erkern und  mit den Reliefs: Darstellungen vom Alltag von Kindern, Verkehr mit Kutschen und Arbeit wie Landwirtschaft. Dies

und die Formensprache der Eingänge machen die Wohnanlage für Besucher zu einem Freilichtmuseum.

 

Lage der Ceciliengärten in Berlin

 

Viele nehmen an, die Ceciliengärten gehören zum "Künstlerstadtteil" Friedenau. Nein. Sie sind eine Sehenswürdigkeit im dem attraktiven Ortsteil Schöneberg im Bezirk Tempelhof-Schöneberg, zu dem auch der Ortsteil Friedenau gehört.

 

Die Gartenstadt wird im Norden begrenzt durch die Traegerstraße, im Westen durch die Sponholzstrasse, im Süden durch die Semper- und Baumeisterstrasse, im Osten durch die Rubensstrasse.

 

Hauptverkehrsadern umranden fast die Ceciliengärten:

westlich die Hauptstrasse, die vom S-U-Bahnhof Innsbrucker Platz kommend durch Friedenau führt, süd-östlich die S-Bahn-Trasse an der Rubensstrasse mit der LInie S1 und dem nahen S-Bahnhof Friedenau (der wie die Ceciliengärten zu Schöneberg gehört, nicht zu Friedenau).

 

 

Die Ceciliengärten liegen verkehrsgünstig und zentral.

 

Sogar mit dem Fahrrad (kein Vergnügen angesichts oft fehlender Radwege), vor allem mit der S-Bahn oder U-Bahn kommt man schnell nach Charlottenburg, in die City West oder zum Brandenburger Tor und Regierungsviertel in Berlin-Mitte.

Der Autobahn-Stadtring ist ebenso ganz in der Nähe (von der Rubensstrasse in den Vorarlberger Damm abbiegen, eine Auf-/Abfahrt zum Stadtring ist auch am Innsbrucker Platz).

 

Und gleichzeitig liegt dieses Garten- und Baudenkmal wirklich ruhig und wie abgeschirmt mit seinen öffentlichen und zusätzlich nur den Bewohnern zugänglichen Grünanlagen.

Japanische Kirschblüte in Berlin. Foto: Helga Karl
Japanische Kirschblüte

In Japan symbolisiert die Zeit der Kirschblüte ( 桜  sakura) den Beginn des Frühlings:

In unmittelbarer Nähe - angrenzend an die Ceciliengärten -  leuchten im Frühling im April  buchstäblich Strassen - Baum an Baum - in rosa und weißer Blütenpracht, dazwischen das erste helle Blattgrün:

die Japanische Kirschblüte in Schöneberg, um Rubenstrasse und Vorarlbergerdamm.


S-Bahn überquert auf der Brücke die Rubensstrasse bei den Ceciliengärten. Foto: Helga Karl
S-Bahn zwischen den Bahnhöfen S-Friedenau und S-Schöneberg überquert auf der Brücke die Rubensstrasse. Foto: Helga Karl


Texte und Fotos: Helga Karl                                                     KNB                              KNBerlin                                      Kieznetzwerk Berlin

Letzte Änderung: 17.3.2019


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