Weihnachten in Berlin

Berlin verwandelt sich zur Weihnachtszeit in eine einzigartige Lichterstadt: historische Plätze leuchten, ganze Straßenzüge werden in warmes Gold getaucht, und über 50 Weihnachtsmärkte verteilen sich über alle Bezirke. Die Mischung aus urbanem Flair, Traditionen aus vielen Kulturen und überraschend ruhigen Orten macht Weihnachten in Berlin besonders – für Besucher wie für Berliner selbst.
Und nicht zuletzt: ein dichtes Sicherheitskonzept ist Realität und nötig seit dem islamistischen Terror-Anschlag 2016.
Von Helga Karl

 

Die Lichterstadt Berlin: Atmosphäre und Besonderheiten

 

Öffentlich sichtbar ist Weihnachten in Berlin durch die prächtig beleuchteten Strassen in der Vorweihnachtszeit, das grosse Angebot für Weihnachtseinkäufe  und die vielen Veranstaltungen in der VorWeihnachtszeit mit  Musik, so multikulturell wie Berlin  sowie festliche Gottesdienste zu dem christlichen Fest.

 

In keiner anderen Jahreszeit verändert sich Berlin so deutlich wie im Dezember. Sobald die Dämmerung einsetzt, beginnt die Stadt zu glühen: kilometerlange Lichtinstallationen entlang des Kurfürstendamms, festliche Bäume in Mitte und Charlottenburg, beleuchtete Fassaden an Museen, Kirchen und großen Boulevards. Diese Lichtarchitektur ist kein Beiwerk, sondern prägt den Charakter der Stadt in der dunklen Jahreszeit – klar, modern, urban und zugleich überraschend warm.

 

Während viele Metropolen sich auf ein, zwei zentrale Zonen konzentrieren, lebt Berlin seinen polyzentrischen Charakter vollständig aus. Jede Gegend interpretiert Weihnachten anders: repräsentativ und edel, glitzernd in Charlottenburg, klassisch und historisch rund um Gendarmenmarkt und Museumsinsel, urban und jung an den innerstädtischen Plätzen, nachbarschaftlich und entspannt in den Außenbezirken.

Das Ergebnis: ein weihnachtlicher Stadtorganismus, der gleichzeitig großstädtisch und persönlich wirkt. Wer  Berlin erkundet, erlebt nicht „den“ Weihnachtsmarkt, sondern eine Stadt im Adventsmodus.

© Foto: Helga Karl. Am Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz.

Weihnachten in Berlin, das ist zuerst, wie die Berlinerinnen und Berliner privat im Familien- und Freundeskreis oder allein die Weihnachtszeit verbringen. Die verschlechterte Wirtschaftslage in Deutschland reduziert für   viele Menschen die Möglichkeiten, zu schenken.

Der Besuch von Weihnachtsmärkten in Berlin in der Adventszeit gehört für viele Familien wie jedes Jahr dazu.

 

Millionen Touristen besuchen alljährlich die Metropole Berlin. Weihnachten in Berlin und anschließend Silvester (am Brandenburger Tor) sind Höhepunkte.


Weihnachtsmärkte in Berlin - die große Vielfalt

Mit über 50 Weihnachts- Märkten gehört Berlin zu den vielfältigsten Weihnachtsstädten Europas. Die Bandbreite ist enorm:

  • klassisch-historisch mit Holzbuden, Kunsthandwerk und traditionellem Essen

  • großstädtisch und international an zentralen Plätzen

  • kieznah in fast jedem Bezirk, oft nur für einige Tage

  • kulturell geprägt mit Musik, Theater oder Designmärkten

  • spezialisiert etwa auf Street Food, nachhaltige Produkte oder skandinavische Traditionen

Diese Vielfalt ist keine dekorative Zugabe – sie spiegelt den Charakter der Stadt. 

Viele Berliner besuchen mehrere Märkte, je nach Stimmung: einen ruhigen nach Feierabend, einen traditionellen am Wochenende, einen kulinarischen oder handwerklichen für Geschenke, einen Familienausflug mit kleinen Kindern.

Zugleich entstehen jedes Jahr neue Formate: Weihnachtsdörfer, Adventsfeste in Parks, Märkte in Schulen oder Kulturzentren, internationale Märkte mit Spezialitäten aus vielen Ländern. Genau diese Dynamik unterscheidet Berlin von Städten, die ein einziges großes Weihnachtsmarktzentrum besitzen.

 

© Foto: Helga Karl. Weihnachtsmarkt Schloss Charlottenburg.


2016 war ein Einschnitt – zur Sicherheitslage heute

Der LKW-Terror-Anschlag vom 19. Dezember 2016 durch einen kriminellen Islamisten auf den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche (Breitscheidplatz Charlottenburg) hat Berlin dauerhaft verändert. Die Unbefangenheit früherer Jahre – gerade bei Familien mit kleinen Kindern – wich zunächst Verunsicherung und einer neuen Wahrnehmung von Risiko bei Großveranstaltungen. Viele Berliner erinnern diesen Abend sehr genau; er hat sich in das Gedächtnis der Stadt eingeschrieben.

 

Heute gehören umfassende, auch sichtbare Schutzmaßnahmen (nicht nur) an Weihnachtsmärkten selbstverständlich dazu. Sie sind Ergebnis einer realen Gefährdungslage und werden jährlich angepasst. Sie ermöglichen, dass Weihnachtsmärkte weiterhin stattfinden können – in hoher Zahl und großer Vielfalt.

 

Menschen zünden Kerzen an am Ort des Terroranschlags 2016 Weihnachtsmarkt Berlin. Foto: Helga Karl
Menschen zünden Kerzen an am Ort des Terroranschlags 2016 Weihnachtsmarkt Berlin. Foto: Helga Karl

Ebenfalls 2016 wurden zwei Schülerinnen und eine Lehrerin der Paula-Fürst-Schule in Berlin-Charlottenburg durch einen feigen islamistischen LKW-Terror-Anschlag ermordet. In Nizza, nach dem Abitur hatten mehrere berliner Schulklassen eine letzte gemeinsame Klassenfahrt unternommen, um in Frankreich an deren Nationalfeiertag mit zu feiern. 

Weinender Bär, Blumen und Lichter für die ermordeten Schülerinnen und Lehrerin. Vor  Paula-Fürst-Schule. Foto: Helga Karl
Blumen und Lichter für die 2016 durch LKW-Attentat in Nizza ermordeten zwei Schülerinnen und Lehrerin. Foto: Helga Karl


© Texte und Fotos: Helga Karl           https://www.knberlin.de/weihnachten-in-berlin/      


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